06.05.2020

Fachdienst gewappnet für die Kommunikation via Maske


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Fachdienst gewappnet für die Kommunikation via Maske

Die Maskenpflicht kann zum Problem für Gehörlose und hörbehinderte Menschen werden. Sie können ihre Gesprächspartner nicht oder nur sehr eingeschränkt verstehen, wenn sie das Mundbild und auch die Mimik ihres Gesprächspartners nicht erkennen können.

Die Erkennung von Mimik und Gestik ist für hörgeschädigte Menschen deshalb so wichtig, weil sie auch den Klang der Worte ersetzen, an dem man erkennt, ob das gegenüber z.B. traurig, fröhlich oder nachdenklich ist? Da es Gebärden gibt, die mehrere Bedeutungen haben, hilft die Wahrnehmung von Mimik und Mundbild zu entscheiden, welche Bedeutung im Kontext ausgedrückt werden soll. Verben oder Spezialgebärden werden nicht durch Mundbild begleitet, hier ist vor allem die Mimik und Gestik unterstützend. Die Gebärdensprache ist eine komplexe Sprache zu der Mimik, Gestik sowie Mundbild als feste Bestandteile gehören. Sie sind unerlässlich in der Gebärdensprache um diese zu verstehen und wiederzugeben. Die Sprache lebt davon. Im Vergleich mit der Lautsprache ersetzen diese drei Komponenten als Kernelemente Prosodie, Syntax, Intonation und Wortwahl. Wenn nun Schutzmasken den Mund und auch einen Teil des Gesichtes verdecken, ist die Kommunikation für hörgeschädigte Menschen nur schwer möglich.

Der Integrationsfachdienst für Hörbehinderte und gehörlose Menschen, der im Auftrag des LASV / Integrationsamt im Land Brandenburg arbeitet, ist frühzeitig auf diese Problematik aufmerksam geworden. Deshalb hat er eine Ausstattung mit Visieren und transparenten Masken für die jeweiligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf den Weg gebracht. Zurzeit gibt es zwei Ausführungen.

Zum einen das Visier, welches einen komplett freien Blick auf Mundbild und Mimik ermöglicht. Zum anderen wurde für die Mitarbeitenden des Integrationsfachdienstes für Menschen mit Hörbehinderung transparente Schutzmasken bestellt, die in den nächsten Tagen geliefert werden. Zur Ausstattung der Fachberater und Fachberaterinnen des Integrationsfachdienstes für Menschen mit Hörbehinderung gehört außerdem ein Tablet. Mit diesem ist die visuelle Kommunikation über Videotelefonie möglich.

Datum
06.05.2020