24.02.2022

Aufsicht für unterstützende Wohnformen: Tätigkeitsbericht 2018 bis 2020 veröffentlicht

© oninchpunch | stock.adobe.com
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In ihrem Tätigkeitsbericht informiert die Aufsicht für unterstützende Wohnformen (AuW) alle zwei Jahre über Prüf- und Beratungsschwerpunkte, gewährt nähere Einblicke in ihr Aufgabenfeld und ihre Prüfungsaktivitäten und stellt aktuelle Trends und Themen in der bestehenden Wohnformlandschaft vor. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wurden Prioritäten neu gesetzt, weshalb der Tätigkeitsbericht in seiner siebten Auflage jetzt erscheint. In ihrem Dreijahresbericht thematisiert die AuW auch das Prüfgeschehen in dem unerwartet schwierigen Jahr 2020.

In der Pflege steigt entsprechend der demografischen Altersentwicklung weiterhin die Nachfrage nach Pflegeplätzen und Wohnformen. Im Jahr 2020 lebten in Brandenburg knapp 41.000 pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen in 1.333 unterstützenden Wohnformen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es 702 Wohnformen und rund 32.000 Pflegeplätze, im Jahr 2018 waren es bereits 1.218 Wohnformen und rund 40.000 Pflegeplätze.

Die Wohnformlandschaft in Brandenburg ist vielfältig und reicht von vollstationären Pflegeeinrichtungen und Wohnstätten der Eingliederungshilfe über ambulante Wohnformen wie Wohngemeinschaften bis hin zu Wohnformen mit eingeschränkter und vollständiger Selbstverantwortung. Weiter im Trend liegen neue, ambulante Wohnformen. Sie stellen einen Beitrag zu einer sozialraumorientierten Versorgungsstruktur dar und können größere Selbstbestimmung und Autonomie ermöglichen.

Zu den Beratungsschwerpunkten in den Jahren 2018 bis 2020 zählten folgende Themen: Gestaltung der Pflege- und Betreuungsprozesse, Schutz der Würde und Wahrung der Privat- und Intimsphäre, Angemessenheit der Fachkräftebeteiligung, Recht auf Freiheit der Person und Recht auf Unterstützung einer selbstbestimmten und selbstständigen Lebensführung.

Die Corona-Pandemie im Jahr 2020 hat die in den Brandenburger Einrichtungen lebenden Menschen und auch die Mitarbeitenden in den Einrichtungen vor außergewöhnliche Belastungen und Herausforderungen gestellt. Das Wirken der Aufsicht für unterstützende Wohnformen wurde maßgeblich beeinflusst. Die Vor-Ort-Prüfungen mussten zeitweise eingestellt und die eigenen Tätigkeitsschwerpunkte immer wieder den aktuellen Entwicklungen angepasst werden.

Die Themen Gewaltprävention und Krisenintervention bildeten einen weiteren Schwerpunkt im Berichtszeitraum und wurden in mehreren externen sowie internen Fort- und Weiterbildungen thematisiert. Im Ergebnis des internen Reflexions- und Verständigungsprozesses wurde eine fachlich orientierte Prüf- und Beratungsposition zur Sicherstellung einer gewaltfreien Umgebung in unterstützenden Wohnformen erarbeitet.

Trotz der zeitweiligen Unterbrechungen führte die AuW 2020 insgesamt 354 Prüfungen durch. Die Prüfschwerpunkte lagen auf dem Recht der Freiheit der Person und Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Den Kontakt zu den unterstützenden Wohnformen hielt das multiprofessionell aufgestellte Team per Telefon, E-Mail und Fax während der gesamten Zeit, bei hohen Infektionsgeschehen auch an den Wochenenden, aufrecht.

Den Tätigkeitsbericht 2018 bis 2020 der Aufsicht für unterstützende können Sie online auf folgender Informationsseite nachlesen: https://lasv.brandenburg.de/lasv/de/aufsicht/aufsicht-fuer-unterstuetzende-wohnformen/publikationen.

Datum
24.02.2022
Rubrik
Allgemeines
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