Betreuung trifft Eingliederungshilfe

Betreuung trifft Eingliederungshilfe
© Pixelio - Uwe Steinbrich

Das Zusammenspiel rechtlicher Betreuung mit der Eingliederungshilfe war das zentrale Thema des Fachforums der überörtlichen Betreuungsbehörde am 17.02.2016 in Lobetal. Aus unterschiedlichen Perspektiven und auf sehr hohem fachlichem Niveau wurden die einzelnen Facetten des Themas behandelt.

In der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung hat sich die überörtliche Betreuungsbehörde auf die Zusammenarbeit mit dem Studiengang Soziale Arbeit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Sozialverwaltung der Stadt Cottbus gestützt.

Leistungen der Eingliederungshilfe werden von den örtlichen Sozialhilfeträgern und vom Land finanziert und von Einrichtungen und Diensten erbracht. Menschen mit Behinderung, die Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten, sind fast immer auch von rechtlicher Betreuung berührt. In der Praxis treten in diesem Geflecht immer wieder Hindernisse und Schwierigkeiten zutage. Die Systeme wirken bei Weitem noch nicht so zusammen, wie das im Sinne der betroffenen Menschen sinnvoll und erforderlich und angesichts der rechtlichen Rahmen auch möglich wäre. Informationsdefizite, Missverständnisse und Abgrenzungsprobleme sind immer wieder an der Tagesordnung der beteiligten Akteure. Diese standen deshalb im Mittelpunkt der Fachtagung.

Die Anfragen und Anregungen der Teilnehmenden an die Veranstaltung im Allgemeinen und an die Mitwirkenden der Podiumsdiskussion im Besonderen sind im Vorfeld abgefragt worden und in die Vorbereitung der Veranstaltung eingeflossen. Daraus ergab sich eine Vielfalt interessanter Einzelthemen, Erfahrungen und Perspektiven, so unter anderem:

  • die Vernetzung des Betreuungswesens mit Beratungsstrukturen im Sozialraum – Handlungsfelder für Betreuungsbehörden, Vereine und Betreuungsgerichte,
  • Klärung und Abgrenzung der Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche,
  • die Verbesserung der Kommunikation zwischen Rechtspflegern, rechtlichen Betreuern und Sozialarbeitern der Eingliederungshilfe mit dem Ziel der Beschränkung der rechtlichen Betreuung auf das notwendige Maß,
  • die Beratung und Begleitung ehrenamtlicher Betreuer und deren Geeignetheit,
  • die Stärkung von Selbstbestimmung und Partizipation durch soziale und rechtliche Assistenz.

Das Fachforum wurde so konzipiert, dass ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven auf Möglichkeiten des Zusammenwirkens rechtlicher Betreuung mit Einrichtungen und Leistungsträgern der Eingliederungshilfe zur Sprache kommen.

Weitere Informationen zu den Inhalten der Referate finden Sie am Ende des Artikels.


Die abschließende Podiumsdiskussion fand mit Fachleuten aus der Praxis des Betreuungsrechts und der Eingliederungshilfe statt und wurde durch Frau Prof. Dr. Jost von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und Herrn Ilte vom LASV moderiert.

Beteiligt waren:

  • Kerstin Fahrenkrug von der Örtlichen Betreuungsbehörde des Landkreises Spree-Neiße,
  • Matthias Herrmann vom Betreuungsverein Lebenshilfe e. V., Betreuungsstelle Spremberg,
  • JörnKappler, Rechtspfleger bei der Betreuungsabteilung des Amtsgerichtes Potsdam,
  • Prof. Dr. Dieter Röh von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg,
  • Dirk Bennewitz als Sachverständiger aus Thüringen,
  • Ralf Klinghammer, Bereichsleiter Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.

Die auf Karteikarten eingesammelten Fragen aus dem Publikum wurden geclustert und Themenfeldern zugeordnet, die dann in das Gespräch Eingang fanden.

Schwerpunkte waren hier:

  • Notwendigkeit und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten in der Praxis / Tragfähigkeit von Netzwerken,
  • Fallsteuerung nicht nach Kostengesichtspunkten sondern nach Notwendigkeit und Umfang der Hilfeangebote (Inklusionsauftrag!),
  • Einbeziehung der rechtlichen Betreuer in das Gesamthilfeplanverfahren (Hilfeplangespräche),
  • Mitwirkung der Betreuungsgerichte an der Eingliederungshilfe (Schulung/Informationen zu vorhandenen Angeboten und Möglichkeiten),
  • bessere Kommunikation zwischen dem gesetzlich bestellten Betreuer und dem Klienten (Mitwirkungsrechte, Stärkung der Selbstbestimmung, persönliche Kontakte),
  • klare Abgrenzung der Aufgaben eines rechtlichen Betreuers: pädagogischer Auftrag ↔ rechtliche Vertretung.

Die Ergebnisse des Fachforums werden durch die überörtliche Betreuungsbehörde in den laufenden Diskurs mit den örtlichen Betreuungsbehörden eingebracht. Offene Fragen und Anregungen werden in Workshops mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Landkreisen und kreisfreien Städten diskutiert.

© Pixelio - Uwe Steinbrich

Das Zusammenspiel rechtlicher Betreuung mit der Eingliederungshilfe war das zentrale Thema des Fachforums der überörtlichen Betreuungsbehörde am 17.02.2016 in Lobetal. Aus unterschiedlichen Perspektiven und auf sehr hohem fachlichem Niveau wurden die einzelnen Facetten des Themas behandelt.

In der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung hat sich die überörtliche Betreuungsbehörde auf die Zusammenarbeit mit dem Studiengang Soziale Arbeit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Sozialverwaltung der Stadt Cottbus gestützt.

Leistungen der Eingliederungshilfe werden von den örtlichen Sozialhilfeträgern und vom Land finanziert und von Einrichtungen und Diensten erbracht. Menschen mit Behinderung, die Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten, sind fast immer auch von rechtlicher Betreuung berührt. In der Praxis treten in diesem Geflecht immer wieder Hindernisse und Schwierigkeiten zutage. Die Systeme wirken bei Weitem noch nicht so zusammen, wie das im Sinne der betroffenen Menschen sinnvoll und erforderlich und angesichts der rechtlichen Rahmen auch möglich wäre. Informationsdefizite, Missverständnisse und Abgrenzungsprobleme sind immer wieder an der Tagesordnung der beteiligten Akteure. Diese standen deshalb im Mittelpunkt der Fachtagung.

Die Anfragen und Anregungen der Teilnehmenden an die Veranstaltung im Allgemeinen und an die Mitwirkenden der Podiumsdiskussion im Besonderen sind im Vorfeld abgefragt worden und in die Vorbereitung der Veranstaltung eingeflossen. Daraus ergab sich eine Vielfalt interessanter Einzelthemen, Erfahrungen und Perspektiven, so unter anderem:

  • die Vernetzung des Betreuungswesens mit Beratungsstrukturen im Sozialraum – Handlungsfelder für Betreuungsbehörden, Vereine und Betreuungsgerichte,
  • Klärung und Abgrenzung der Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche,
  • die Verbesserung der Kommunikation zwischen Rechtspflegern, rechtlichen Betreuern und Sozialarbeitern der Eingliederungshilfe mit dem Ziel der Beschränkung der rechtlichen Betreuung auf das notwendige Maß,
  • die Beratung und Begleitung ehrenamtlicher Betreuer und deren Geeignetheit,
  • die Stärkung von Selbstbestimmung und Partizipation durch soziale und rechtliche Assistenz.

Das Fachforum wurde so konzipiert, dass ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven auf Möglichkeiten des Zusammenwirkens rechtlicher Betreuung mit Einrichtungen und Leistungsträgern der Eingliederungshilfe zur Sprache kommen.

Weitere Informationen zu den Inhalten der Referate finden Sie am Ende des Artikels.


Die abschließende Podiumsdiskussion fand mit Fachleuten aus der Praxis des Betreuungsrechts und der Eingliederungshilfe statt und wurde durch Frau Prof. Dr. Jost von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und Herrn Ilte vom LASV moderiert.

Beteiligt waren:

  • Kerstin Fahrenkrug von der Örtlichen Betreuungsbehörde des Landkreises Spree-Neiße,
  • Matthias Herrmann vom Betreuungsverein Lebenshilfe e. V., Betreuungsstelle Spremberg,
  • JörnKappler, Rechtspfleger bei der Betreuungsabteilung des Amtsgerichtes Potsdam,
  • Prof. Dr. Dieter Röh von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg,
  • Dirk Bennewitz als Sachverständiger aus Thüringen,
  • Ralf Klinghammer, Bereichsleiter Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.

Die auf Karteikarten eingesammelten Fragen aus dem Publikum wurden geclustert und Themenfeldern zugeordnet, die dann in das Gespräch Eingang fanden.

Schwerpunkte waren hier:

  • Notwendigkeit und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten in der Praxis / Tragfähigkeit von Netzwerken,
  • Fallsteuerung nicht nach Kostengesichtspunkten sondern nach Notwendigkeit und Umfang der Hilfeangebote (Inklusionsauftrag!),
  • Einbeziehung der rechtlichen Betreuer in das Gesamthilfeplanverfahren (Hilfeplangespräche),
  • Mitwirkung der Betreuungsgerichte an der Eingliederungshilfe (Schulung/Informationen zu vorhandenen Angeboten und Möglichkeiten),
  • bessere Kommunikation zwischen dem gesetzlich bestellten Betreuer und dem Klienten (Mitwirkungsrechte, Stärkung der Selbstbestimmung, persönliche Kontakte),
  • klare Abgrenzung der Aufgaben eines rechtlichen Betreuers: pädagogischer Auftrag ↔ rechtliche Vertretung.

Die Ergebnisse des Fachforums werden durch die überörtliche Betreuungsbehörde in den laufenden Diskurs mit den örtlichen Betreuungsbehörden eingebracht. Offene Fragen und Anregungen werden in Workshops mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Landkreisen und kreisfreien Städten diskutiert.