Nachlese zur Fachtagung „Von der Hilfebedarfserhebung zur Teilhabeplanung“ am 15.10.2014 in Wildau

Die selbstbestimmte Teilhabe ist zum Grundprinzip im Paradigmenwechsel geworden. Die selbstbestimmte Teilhabe ist in den letzten Jahren verstärkt in den Mittelpunkt der Sozial- und Bildungspolitik gerückt. Sie ist ein Menschenrecht und ist damit für alle sicherzustellen. Selbstbestimmte Teilhabe steht in einem engen Verhältnis zur Gerechtigkeit. Denn sie ist auch ein Resultat von gerechten Strukturen und Institutionen einer Gesellschaft. Selbstbestimmte Teilhabe erfordert Beteiligungsgerechtigkeit sowie Verteilungsgerechtigkeit im Sinne einer gerechten Ressourcenverteilung. Sie setzt Befähigungsgerechtigkeit voraus. Denn die Befähigung des Einzelnen zum solidarischen und selbst bestimmten Leben braucht klare gesellschaftliche Voraussetzungen wie beispielsweise eine entsprechende Gesundheitsversorgung und den Zugang zu Bildung. Genauso bedingt sie Verfahrensgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit. Selbstbestimmte Teilhabe bedeutet aber auch ein neues Denken darüber, dass jeder etwas beitragen kann und sei er noch so eingeschränkt in seinen physischen, psychischen oder sozialen Möglichkeiten.

Eine der wichtigen gesellschafts- und sozialpolitischen Aufgaben für die neue Legislatur im Bund wird die Schaffung eines Bundesteilhabe und Bundesleistungsleistungsgesetzes sein, das Menschen mit Behinderung aus dem Fürsorgesystem der Sozialhilfe herausführt und gleichzeitig die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung zu einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Teilhabeleistung weiterentwickelt.

Ausgehend vom Selbstbestimmungsrecht und der Eigenverantwortung der Menschen mit Behinderungen muss bürgerrechtlich künftig stärker als bisher ein Hilfe- und Unterstützungssystem am Einzelnen und seinen jeweiligen Bedürfnissen ausgerichtet sein.

Bedarfsermittlung und Hilfeplanung in der Eingliederungshilfe sind eine wesentliche Voraussetzung, damit Leistungen der Eingliederungshilfe personenzentriert dem behinderten Menschen zu größerer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft verhelfen.

Frau Dr. Metzler referierte ausführlich über die Bedeutung der Ermittlung des Unterstützungsbedarfs und die Anforderungen an eine Teilhabeplanung. Sie beleuchtete u.a., wie sich Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung nutzen lassen; die Steuerung im Hilfeplanprozess/ Gesamtplan und zur prozessorientierter Teilhabeplanung

Vortrag

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