Das Jahr 2008 in ausgewählten Zahlen, Daten und Fakten
- Erschienen amDas Jahr 2008 war im LASV von der Einführung neuer IT-Verfahren geprägt. So erfolgte eine Umstellung des Haushalts- und Kassenverfahren von ProFiskal auf SAP, die Einführung eines neuen im Länderverbund betriebenen IT-Verfahrens für den Bereich Schwerbehindertenrecht und die Einrichtung und Freischaltung des Internet-Auskunftssystems Gesundheitsplattform.
- Die tatsächliche Umstellung auf SAP erfolgte am 1. Juli 2008 gemeinsam mit der Staatskanzlei und der Landeshauptkasse. Während der Einführungsphase wurden die Standorte Cottbus und Potsdam durch externe Dienstleister intensiv begleitet. Vor Produktivsetzung mussten rd. 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit haushaltsrechtlichem Arbeitsbezug im LASV für das neue System vorbereitet und geschult werden. Dieses Vorhaben war eine große logistische Herausforderung an die für Aus- und Fortbildung verantwortlichen Mitarbeiterinnen im LASV, da die Schulung standortbezogen und im Zeitraum von Anfang Mai 2008 bis zum 30.06.2008 erfolgreich durchgeführt werden sollte. Aufgrund der Dauer der Fortbildung mit bis zu fünf Arbeitstagen war dies zudem auch für die Aufrechterhaltung des normalen Dienstbetriebes im LASV eine große Belastung. Dem Engagement aller Beteiligten war es zu verdanken, dass die Schulungen erfolgreich bis zum SAP-Start absolviert wurden und es zu keinen Störungen im Dienstbetrieb kam. Dennoch zeigte sich schnell, dass sowohl Bedienungsfehler als auch noch nicht ausgereifte Programmfunktionen zu zahlreichen Störungsmeldungen führten. Viele Softwarebestandteile mussten im laufenden Betrieb nachgebessert werden. Insgesamt wurde der für die Einführung vorgesehene Zeitrahmen als zu knapp bemessen angesehen. Erst im Zuge der praktischen Umsetzung konnten wichtige Programmbausteine fertig gestellt und freigegeben werden.
- Im Jahr 2007 wurde die zukunftsweisende Entscheidung getroffen, das in Eigenprogrammierung geschaffene IT-Verfahren im Verfahren auf Feststellung des Grades einer Behinderung durch ein zukunftsorientiertes neues IT-Verfahren mit Namen „Schweb.NET“ abzulösen. Das Verfahren Schweb.NET bot die Möglichkeit, Erst- und Änderungsverfahren, Verfahren von Amts wegen sowie Widerspruchs- und Klageverfahren nach dem Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) der Antragserfassung über die Sachverhaltsaufklärung, medizinische Beurteilung bis zur Bescheiderteilung, Ausweis- und Beiblattausstellung programmunterstützt am PC zu bearbeiten. Alle Anstrengungen der Versorgungsverwaltung inkl. zahlreicher Testläufe waren somit auf die zielgerichtete erfolgreiche Einführung des Schweb.NET-Verfahrens zum 01.04.2008 an allen drei Standorten gerichtet. An dem besagten Dienstag war es dann auch so weit. Der erste Neuantrag wurde mit dem Verfahren aufgenommen und bearbeitet. In einem weiteren Schritt wurde am 01.08.2008 mit der Bearbeitung von Änderungsanträgen begonnen.
- Die Überörtliche Betreuungsbehörde hat auch im Jahr 2008 ihr Hauptaugenmerk auf die Unterstützung und Fortbildung der anerkannten Vereine und der örtlichen Betreuungsbehörden gelegt. Bereits zum 3. Mal fand in Kooperation mit der FH Lausitz eine Fachtagung, dieses Mal unter dem Thema „Ehrenamt — Gewinnung und Begleitung ehrenamtlicher Betreuer in der rechtlichen Betreuung", statt.
- Im Jahr 2008 konnte das Integrationsamt 11,13 Mio. EUR aus der Ausgleichsabgabe einnehmen. Hinzu kamen die sonstigen Einnahmen (Einnahmen aus Leistungen der Integrationsfachdienste, Säumniszuschläge, Zinsen, Darlehenstilgungen, Bundesmittel für „Job 4000" und sonstige) in Höhe von 2,49 Mio. EUR sowie Zuweisungen im Rahmen des Finanzausgleiches zwischen den Intergrationsämtern i.H.v 4,23 Mio. EUR. Nach Abführung von 3,73 Mio. EUR an den Ausgleichsfonds des BMAS verblieben 14,12 Mio. EUR im Haushalt des Integrationsamtes. Die Arbeit des Integrationsamtes ist an die wirtschaftliche Entwicklung der Region gebunden. So konnte ein Anstieg von Anträgen auf Leistungen aus der Ausgleichsabgabe verzeichnet werden. Zum Jahresende wurden hier erstmals seit 5 Jahren mehr als 1.000 Anträge registriert. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Höhe der Ausgaben aus der Ausgleichsabgabe wider. Mit 8,92 Mio. EUR wurden im Vergleich zum vorangegangenen Jahr nahezu 0,4 Mio. EUR mehr ausgegeben, davon 0,3 Mio. EUR mehr für Leistungen an Arbeitgeber. Insgesamt wurden 818 Bewilligungsbescheide erteilt. Das waren 195 Bewilligungen mehr als 2007.
- Im Juli 2008 wurde die Gesundheitsplattform freigeschaltet. Es handelt sich um ein Internet-Auskunftssystem als Teil der Gesundheitsberichterstattung des Landes Brandenburg. Die Gesundheitsplattform wurde als Querschnittsaufgabe im Landesgesundheitsamt von drei Fachbereichen realisiert: Public Health, Gesundheits- und Sozialberichterstattung und Infektionsepidemiologie. Die Gesundheitsplattform stellte wesentliche Daten und Fakten sowohl zur gesundheitlichen als auch zur sozialen Lage der Bevölkerung dar. Mit Letzterem wurde dem Einfluss der sozialen Lage auf die gesundheitliche Situation der Bevölkerung Rechnung getragen.
- Mit Inkrafttreten des neuen Brandenburgischen Gesundheitsdienstgesetzes (BbgGDG) vom 23.04.2008 wurde dem Landesgesundheitsamt beginnend mit dem 01.06.2008 die Umsetzung des Zentralen Einladungs- und Rückmeldewesens (ZER) zu den Früherkennungsuntersuchungen U6 bis U9 und J1 übertragen. Zielstellung dieser neuen landesgesetzlichen Regelung war die Erhöhung der Teilnahmerate an den vorgenannten Untersuchungen zum Wohl und Schutz der Kinder sowie die Identifikation potenzieller Risikofamilien.