1997 - Gründung der neuen Abteilung 6 – Landesvertriebenen- und Aussiedleramt

- Erschienen am 20.05.2026
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Ab dem 1. Januar 1997 war das Landesvertriebenen- und Aussiedleramt als Abteilung 6 des LASV am Standort Peitz (Juri-Gagarin-Straße 7) für die Aufnahme, Verteilung und rechtliche Anerkennung von Spätaussiedlern (Menschen deutscher Abstammung, die als Angehörige deutscher Minderheiten aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion oder anderen ehemaligen osteuropäischen Staaten) und jüdischen Zuwanderern zuständig. Bis dahin war das Landesvertriebenen- und Aussiedleramt ein nachgeordneter Bereich des Innenministeriums gewesen.

Ein zentraler Aufgabenbereich bestand in der Organisation der landesinternen Verteilung. Durch das Landesvertriebenen- und Aussiedleramt wurde die Zustimmung zur Einreise und die Bescheinigung über den Status erteilt. Dabei wurden verschiedene Kriterien berücksichtigt, wie familiäre Bindungen (z. B. Zusammenführung von Angehörigen), individuelle soziale Bedingungen sowie Wünsche hinsichtlich des zukünftigen Wohnortes. Gleichzeitig musste die Einhaltung von Aufnahmequoten in den Landkreisen und kreisfreien Städten gewährleistet werden.

Die Verteilung umfasste neben der eigentlichen Zuweisungsentscheidung auch eine umfassende Beratung der Betroffenen sowie die organisatorische Weiterleitung in die jeweiligen Kommunen. Jüdische Zuwanderer wurden 1998 vor allem in größere Städte und den Raum Potsdam verteilt, um den Aufbau und die Stabilisierung jüdischer Gemeinden gezielt zu unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Bearbeitung von Statusanerkennungen und damit verbundenen Leistungsansprüchen. Dazu gehörten unter anderem Eingliederungspauschalen und Vertriebenenzuwendungen (war eine einmalige finanzielle Entschädigung nach dem Bundesvertriebenengesetz für deutsche Vertriebene, die zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern – der ehemaligen DDR –  lebten).

Die Verfahren zur Vertriebenenzuwendung wurden bereits seit 1993 durchgeführt. Bis Ende 1998 waren über 276.000 Anträge eingegangen.

Aussiedleramt Peitz

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Datum
20.05.2026