35 Jahre LASV – Erinnerung an Prof. Otto Fichtner, kommissarischer Präsident des LASV von 1991 bis 1993
- Erschienen amSeine Vision: Alle Sozialleistungen aus einer Hand
Prof. Otto Fichtner hatte als kommissarischer Präsident des LASV dieses Amt nicht lange inne, jedoch prägt seine Haltung unser Haus bis heute. So erinnerte er sich anlässlich des 20jährigen Bestehens des LASV wie folgt:
„…Den eigentlichen Beginn für die Ausbildung der Amtsstrukturen im Jahr 1990 zu sehen ist keine Hochstapelei….Im Wesentlichen ging es um die Aufgaben des überörtlichen Sozialhilfeträgers, der Kriegsopferversorgung und der Schwerbehindertenfürsorge, der überörtlichen Gesundheitsvorsorge im öffentlichen Gesundheitsdienst, der Heimaufsicht, der Sorge für Flüchtlinge und Zuwanderer; hinzu kamen die zentralen Planungs- und Verwaltungsaufgaben für die damals noch rechtlich unselbständigen psychiatrischen Kliniken des Landes. Für alle Aufgaben galt die Grundregel des Einigungsvertrages, wonach praktisch das gesamte Sozialrecht der Bundesrepublik auch in der DDR galt. Die meisten der oben genannten Aufgaben waren also nach - für die in der DDR beheimateten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neuen Landesamtes - völlig fremden Rechtsgrundlagen zu erledigen. Behilflich dabei waren Verwaltungsfachkräfte aus den sogenannten alten Ländern, in Brandenburg besonders aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Zu diesem Beraterstab gehörte auch ich; zunächst als kommissarischer Abteilungsleiter Sozialhilfe im Ministerium. ….“
Quelle: Festschrift 20 Jahre LASV
Diese Erinnerungen zeigen, welche enormen Leistungen und welche hohe Anpassungsfähigkeit von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LASV in den frühen 90er Jahren abverlangt wurde. Wenn man sich fragt, wie dieser Umbruch und Aufbau neuer Strukturen innerhalb kürzester Zeit erfolgen konnten, findet man im Nachruf des LASV für Prof. Otto Fichtner folgendes Zitat von ihm:
„Entscheidend ist, dass wir diese Mängel, die wir kennen und die es gibt, als Herausforderung nehmen und nicht als ständige Steine des Anstoßes und sie nicht angucken als etwas karg bewachsene Bäume, deren Zustand wir immer bejammern müssen. […] Wir haben nicht alles richtig gemacht. Wir haben mit beschleunigten und vereinfachten Verfahren gearbeitet.“
Quelle: „Jubiläum/30 Jahre Landesamt für Soziales und Versorgung“, S. 12, Herausgeber: Landesamt für Soziales und Versorgung
Unter Leitung von Prof. Otto Fichtner ist mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine „feste Burg“ für soziale Hilfen entstanden. Der unermüdliche Einsatz der damals (und zum kleinen Teil auch heute noch) im LASV tätigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der ersten Stunde war verbunden mit dem Willen, die bestmöglichen sozialen Lebensbedingungen für die Bürgerinnen und Bürger im Land Brandenburg zu schaffen. Diese Haltung und dieser Wille sind für uns im LASV Tätigen Ansporn, stets die Belange der Menschen in diesem Land im Blick zu haben und dabei dem/den Menschen nah zu sein.
Christina Schröter